Street Food Thursday – Schwitzen, Schubsen, Genießen

Street Food Market Berlin

Wer am Donnerstagabend in die Eisenbahnstraße einbiegt, der kann schon über die ersten Menschenmassen steigen, die die Straßenränder säumen. So langsam verteilt sich ein Essensgeruch über die ganze Straße und leere Weingläser türmen sich am Straßenrand. Autofahrer fluchen. Parkende Autos werden mit leeren Papierschälchen und Bechern dekoriert. Wer die Gegend kennt, der weiß: heute ist Street Food Thursday. Schnell noch die Ellenbogen ausgefahren, dann gehts ab in die Markthalle. Das Konzept ist ebenso einfach wie genial. Von 17 bis 22 Uhr kann man in der Markthalle 9 an verschiedenen Ständen kleine Köstlichkeiten aus aller Welt genießen. Vom Wild-Sandwich über vegane Burger bis hin zu Sommerrollen und Knödel-Carpaccio: für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wer wie ich zu denjenigen gehört, die unter der Woche froh sind, wenn sie ihren Hintern zwischen Bürostuhl und eigener Couch hin und her bewegen, der ist dankbar über dieses Konzept. Verbindet es doch Geselligkeit und Abendessen miteinander. Und das auch noch vor Mitternacht.

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Die Markthalle ist auch an diesem Donnerstag wieder voll. Bereits nach 5 Minuten bereue ich, dass ich einen Pullover anhabe. Ein Badeanzug hätte bei diesen Temperaturen gereicht. Hunderte Menschen drängen sich durch die einzelnen Stände, um kleine, durchaus erschwingliche Portionen zu ergattern.

Die ersten paar Minuten sind immer die schlimmsten. Beinahe alle Stände sind voll. Es ist warm. Ich kann mich nicht entscheiden. Panik bricht in mir aus, oder besser, Fressneid. Wer Geschwister hat, der kennt das wohl. Wer aber die ersten paar Minuten überlebt, der wird bald die große Auswahl genießen, die geboten wird. Willkommen im Fress-Himmel. Pardon, Street-Food-Himmel. Es gibt in der Markthalle ein paar Stände, die sozusagen zur Stammbesetzung gehören. Sehr köstlich sind die Marmeladen vom Holunderhof Ewert. Lasst euch unbedingt vom netten Verkäufer beraten und probiert euch durch alle Sorten.  So charmant verkauft niemand Marmeladen in Berlin. Wer durstig ist, der kann sich bei Heidenpeters erstmal eine Thirsty Lady genehmigen und durch die Gänge schlendern. Das Bier wird direkt im Keller der Markthalle gebraut. Ansonsten variiert das Angebot jede Woche, was die Neugier aufrecht hält.

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Manchmal hat man Glück und ergattert einen Platz an einem der Holztische. Die Plätze sind heiß begehrt und so muss man sich mit 6-8 anderen an einen Tisch quetschen und seinen Hintern auf etwa 15 cm betten. Die Enge hat aber auch Vorteile, denn zumeist kommt man mit seinen Tischnachbarn ins Gespräch und kann gleichzeitig einen neidischen Blick auf deren Essen werfen. Aahhh, der Fressneid kehrt zurück.

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Ich entscheide mich für die längste Schlange, denn Fräulein Kimchi bietet heute Ramenburger an. YEAAH! Die vegetarische Variante ist mit Käse belegt und kommt mit Kimchi als Beilage daher. Der Burger besteht aus zwei Ramen-„Brötchen“, bereits erwähntem Käse und Ruccola. Köstlich!

Um 22 Uhr erklingt dann die Marktglocke, die das ganze Spektakel beendet. Die letzten Bissen werden runtergeschlungen und relativ zügig leert sich die bis eben noch so überfüllte Halle. Nur noch die leeren Schälchen und Flaschen auf den Tischen lassen erahnen, dass hier eben noch eine Meute Ausgehungerter über Kimchi und Co hergefallen ist.

Street Food Thursday
Markthalle 9
Eisenbahnstraße 42/43, 10997 Berlin

Veröffentlicht von

Foodie | Traveler | Berlin | München Blog: www.jaegerundsammlerblog.com Twitter: @janinaamendt

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