Where to eat – Gent & Brüssel

Food Guide Brüssel

Achtung! Belgien-Spontan-Assoziation: Pommes, Waffeln und Bier. Allein dies würde ja schon ausreichen, um mich zu begeistern. Klar, alle drei Dinge stehen jetzt wahrscheinlich nicht auf der Top-Liste, der gesündesten Lebensmitteln. Aber ein kurzes sündiges Wochenende kann man ja ruhig mal einlegen.

Bei genaueren Betrachtung fällt jedoch auf, dass Belgien viel mehr kann als süßen Kirschen-Gerstensaft und Doppelt-Frittiertes. Es ist ein kleines Mekka für all diejenigen, die Essen lieben. Hier kauft man Lebensmittel nicht einfach nur im Supermarkt. Nein, hier kauft man Fleisch noch beim Metzger, Käse im Käseladen, Kaffee beim Spezialhändler und Kuchen selbstverständlich in der Pattisserie. Ja, Discounter und Supermärkte gibt es hier auch, aber die habe ich einfach ausgeblendet. Willkommen im Kalorien-Himmel….

Gent. Foto: Janina WolfsGent BäckereiGent

Meine kleiner Ausflug führte mich nach Gent und Brüssel. Gent? Wo liegt eigentlich Gent? Leider fristet die kleine Stadt gewissermaßen ein Schattendasein. Hier sitzt weder die politische Machtzentrale Europas, noch pinkeln kleine Männchen in Brunnen.  Leider, oder vielleicht auch Gott sei Dank, langweilte sich Colin Farrell nicht in Gents Gassen zu Tode, sondern in Brügge. So bekam ich öfters verwundert zu hören: Warum seid ihr denn nicht nach Brügge gefahren?Warum ist schnell erklärt.

Dem ein oder anderen Fan mittelalterlicher Kunst dürfte Gent schon wegen des berühmten Genter Altars (Die Anbetung des Lamm Gottes, 1432) der Gebrüder Eyck bekannt sein. Dieser befindet sich übrigens in der Sint-Baafskathedrale. Nur eine von 3 Kirchen, die mitten in der überschaubaren Alstadt auf einer Linie liegen und demonstrieren, wie reich die kleine Handelstadt wohl mal gewesen sein muss. Der Eintritt in die Baafskathedrale ist frei, wer aber auch noch den Altar sehen möchte, der bezahlt noch einmal 4€ (Lohnt sich!). Wer sich ein Hotel in der Innenstadt nimmt, der braucht auf Bahn- oder Buspläne keine Rücksicht zu nehmen. Man erreicht alle Highlights der kleinen Stadt zu Fuß. Trotz vieler Touristen wirkt Gent sonderbar entschleunigt und die Tage vergehen langsam.

Gent, ©Janina Wolfs Gent. Foto: Janina Wolfs

Jan Breydelstraat #Gent

Wer genug von mittelalterlicher Kunst hat, sollte das Design museum Gent besuchen. Neben der Sonderausstellung, aktuell zum Thema Plastik, beheimatet die Dauerausstellung einige Bauhaus-Klassiker sowie Arbeiten von Victor Horta und Mies van der Rohe.  Der Eintritt kostet 8 € für Erwachsene. Studentenrabatt gab es leider nicht.

Nach dem Museumsbesuch bietet sich ein kurzer Stopp in den zahlreichen Cafés und Restaurants in der Jan Breydelstraat an. In der Nieuwe Brooderie gibt es eine riesige Auswahl an Kuchen und Tartes. Fast jeder Kuchen schmeckt dank Speculaas (sowas wie Erdnussbutter nur mit Spekulatiusgeschmack) ein bisschen nach Weihnachten. Genial….! Ein paar Schritte weiter im True Beans trifft Kaffee auf schöne, hippe Menschen und für einen kurzen Moment glaubt man im Prenzlauer Berg zu sitzen, während man seinen Kaffee aus goldenen Tassen schlürft. Wer in der Breydelstraat auch noch zu Abendessen möchte, beispielsweise im House of Eliott, der sollte möglicherweise schon mittags einen Tisch reservieren.

Gent Café

Graslein und Korelein #Gent

Diese beiden Straßen umgeben die Gracht des alten Hafens. Von hier aus schwingen sich die meisten Touris und Einheimische in die kleinen Boote zur Grachtentour, teilweise mit kulinarischer Verpflegung. Die mittelalterlichen Gildehäuser stammen teilweise noch aus dem 12. Jahrhundert. Auf beiden Seiten befinden sich einige Restaurants, die belgische Klassiker servieren. Dazu gehört das Flämische Natonalgericht Waterzooi. Ein Eintopf mit Fisch oder Hähnchen, der übrigens meist mit Pommes serviert wird (wie eigentlich fast alles).

Gent. Foto: Janina WolfsGent. Foto: Janina Wolfs

Wer mittags nur für einen kurzen Snack einkehrt, um die Sonne auf den Mauern rund um die Gracht zu genießen, der kann sich am besten in einem der kleinen Supermärkte mit frischen Kleinigkeiten versorgen. In den kleinen „Supermärkten“, falls man diese Tempel der Köstlichkeiten so nennen kann, gibt es haufenweise frische und köstliche Gerichte, die bereit zur Mitnahme sind. In der Aula Slagerij, kann man sich mit Baguettes versorgen, die frisch nach Wunsch mit verschiedenen Aufstrichen belegt werden. Es gibt hier logischerweise viel Wurst, Fleisch und Fisch, aber auch Vegetarier müssen nicht verhungern. Außerdem warten so einige hausgemachte Desserts, frisches Obst und Torten auf den ausgehungerten Touri.

Gent. Foto: Janina WolfsGent, Foto: Janina Wolfs

 Groentenmarkt #Gent

Am Groentenmarkt steht das Groot Vleeshuis. Diese wurde im 15. Jahrhundert für die Metzger der Stadt gebaut. Heute hängen hier immer noch ein paar Gandaschinken (Achtung Spezialität!) von der Decke. Die Halle wirbt heute für typische flämische Regionalprodukte, die im angrenzenden Restaurant auch sofort getestet werden können. Wen schon der Pommesgeruch eingenebelt hat, versorgt sich mit diesen an der kleinen Patatkraam, also Pommesbude, vor dem Vleeshuis. Nur ein paar Fußminuten entfernt liegt außerdem noch Filiale von Bicky Burger. Dort habe ich den trostlosesten Burger meines Lebens genossen. Salat, Gurke, Tomate? Wozu? Bei Bicky wird einfach alles frittiert, was nicht fliehen kann. Dafür gibts dort meine geliebten Mayonnaise-Sorten. Samurai ist mein Favorit, leider aber so scharf, dass man den Rest des Abends absolut gar nichts mehr schmecken kann. Am besten mit einem kalten Kriek (Kirschbier) den Durst löschen.

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Nur zwei Minuten entfernt befindet sich der alte Fischmarkt, der die Touristeninformation beheimatet. Normalerweise laufe ich solche Spots eher nicht an und versorge mich online über die Highlights, die ich mir nicht entgehen lassen will. Hier bin ich jedoch auf einen vegetarischen Reiseführer für Gent gestoßen, der allen Fleischverächtern eine große Hilfe sein kann. Gent bezeichnet sich selbst als Veggie-Himmel. Naja, vielleicht etwas übertrieben. In dem recht beachtlichen Veggie-Führer sind nämlich anscheinend alle Restaurants aufgeführt, die auch nur ein bis zwei Gemüsegerichte führen. Ein paar Tipps, zum Beispiel der Hinweis auf Pommesbuden, die mit Pflanzenfett frittieren, können aber sehr hilfreich sein.

Vrijdagmarkt #Gent

Auf dem Vrijdagmarkt findet am Freitag und Samstag, welche Überraschung, Markt statt. Hier bekommt man unter anderem Cuberdons, eine kegelförmige Süßigkeit mit weichem Kern aus Himbeergelee. Berühmt sind auch Mastel, ein Zimtgebäck. Am Rande des Marktplatzes befindet sich das beeindruckende sozialistische Volkshuis, das aus dem 20. Jahrhundert stammt. Berühmt ist auch die Pommesbude von Jozef, die leider immer geschlossen hatte, wenn wir am Markt vorbei kamen.

Gent. Vrijdagmarket. Foto: Janina Wolfs Gent. Vrijdagmarket. Foto: Janina Wolfs

 Reep #Gent

Mit dem Veggie-Führer in der Hand wurden die neu erworbenen Informationen direkt am Samstagabend umgesetzt. Etwas ausserhalb der Altstadt, in Gent also 10 Gehminuten, liegt das kleine Restaurant Komkommertijd. Zu Deutsch: Gurkenzeit. Dieses Restaurant ist tatsächlich rein vegan. Samstagabend gibt es ein veganes Buffet für 16,00 €. Es war großes Glück einen Tisch für mehrere Personen ohne Reservierung zu bekommen, denn sogar der Außenbereich war trotzt winterlicher Temperaturen noch besetzt. Neben Suppe und Dessert gab es ein kleines warm/kaltes Buffet, das alle paar Minuten aufgefüllt wurde. Zugegeben: Frühlingsrollen, frittierte Zuccini und diversen Gemüse-Curry-Aufläufe gehören jetzt zwar nicht zur ganz großen Kochkunst. Grundsätzlich war aber alles frisch, super lecker und die Atmosphäre ziemlich entspannt.

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Brüssel

Ich muss zugeben, dass ich in Brüssel nur einen Tag verbracht habe, deswegen kann ich nur von ein paar wenigen Highlights berichten. Los ging es in der Unterstadt, dem alten Zentrums Brüssels, dass heute die touristischen Hotspots beherbergt. Dazu gehört der Grand Place. Zu den prächtigsten Gebäuden zählt das Rathaus, das Hotel de Ville. Hier lagert übrigens auch die Garderobe von Manneken Pis. Immerhin etwa 800 verschiedene Outfits kann der kleine pinkelnde Mann sein eigen nennen.

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Wer Grand Place über die Rue au Beurre verlässt, sollte zumindest kurz in der Biscuiterie Dandoy vorbeischauen. Jeder Keks beinhaltet wahrscheinlich ein Pfund Butter, aber sind einfach zu köstlich, um nicht wenigstens ein Beutelchen zu kaufen. Bei den vielen Lädchen mit schokoladigem Angebot fällt die Wahl wirklich nicht leicht, aber man sollte nicht auf jedes Touri-Sonderangebot eingehen.

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Großartige Pommes gab es nicht weit entfernt in der Rue Henri Maus. Wer sich direkt verschiedene Arten von Kohlenhydraten gönnen möchte, der bestellt diese nicht in der Stinknormalen Plastikschale, sondern im Riesen-Sandwich mit Salat, Fleisch und mehereren Saucen. Wer jetzt noch hungrig ist, der kann sich auf dem Weg zu Manneken Pis eine frische Waffel gönnen. Die einfache Version mit Puderzucker kostet an den meisten Ständen nur 1€. Wer noch Schokosauce, Sahne oder Erdbeeren bestellt, der kommt schnell auch mal auf 5 bis 6 €.

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Noch ein letzter kulinarischer Tipp, weil es so schön war. Auf dem Rückweg machten wir noch einen kleinen Schlenker zum Place Sainte Catherine. Schon von weitem weht einem dort ein köstlicher Fischgeruch entgegen, der zum Restaurant Nordzee gehört. Grill und Küche werden bei Sonnenschein direkt ins Freie gelegt und nebelten den gesamten Platz mit feinem Grillgeruch ein. Wer mit sehr großem Hunger antritt, sollte sich allerdings auf eine kleine Wartezeit vorbereiten.

Brüssel

 

 

 

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Foodie | Traveler | Berlin | München Blog: www.jaegerundsammlerblog.com Twitter: @janinaamendt

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