Where to eat – Marokko

Endlich ist es soweit – mein Gaumen fährt in den Urlaub!!! Es geht Richtung Süden in arabisch-französischangehauchte Gefilde, nach Marokko. Da haben wir uns beide schon lange drauf gefreut, mein Gaumen und ich, und wir sind sehr gespannt, was uns erwartet. Die zweiwöchige Rundreise durch das Land hält bestimmt ein paar Überraschungen parat – und los geht’s!

Landung in Marrakesch, sogar 20 Mintuen früher als erwartet. Das fängt ja gut an und geht genauso gut weiter mit 2 Stunden Schlange stehen, um den Stempel in den Pass zu bekommen und 30 Minuten Gepäcksuche zwischen ca. 100 herrenlosen Gepäckstücken in der Ankunftshalle. Nach dieser etwas lästigen Anreise läuft der Rest des Urlaubs einfach nur noch perfekt. Vor allem das tolle Frühstück, mit dem wir in unserem ersten Riad ‚Birdy‘ verwöhnt werden, versüßt uns den Start in Marokko. Die ersten 2 Tage verbringen wir in Marrakesch und lernen die Stadt, die Menschen und das erste Essen kennen. Das stundenlange Durch-die-straßen-laufen und verirren in den kleinen Straßen macht uns sehr hungrig. Wir haben keine Lust mehr uns irgendetwas Spektakuläres zu suchen und gehen in das nächste Ecklokal mit Dolby-Sourround-Mofa-Lärm – interessant, was man im Urlaub alles als entspannend empfinden kann. Wir bestellen einen kleinen gemischten Salat, der aus allem besteht, was das, na ja sagen wir mal Restaurant, zu bieten hat: Karotten, Kohl, Tomaten, Nudeln, Kartoffeln, Oliven und Zwiebeln – eine wirklich sehr außergewöhnliche Mischung aber sehr lecker. Den obligatorischen überzuckerten Tee gibt es dann als Nachtisch. Da wir auf dieses Lokal nur per Zufall und durch 2-stündiges Umherirren gestoßen sind, kann ich hier keinen Namen oder Adresse zuordnen, aber diese Art Salat und den Tee kann man sozusagen an jeder Ecke finden.

DSC00755

DSC00758

Nach weiterem stundenlangen Spaziergang durch die engen Gassen und einigen Tees landen wir abends endlich auf dem berühmten Platz ‚Djemaa el-Fna‘, der tagsüber Sänger, Tänzer, Hennafrauen und Menschen mit kleinen Touristenäffchen hortet und auf dem jeden Abend ab 19 Uhr ein riesiger Streetfood-Markt aufgebaut wird. An ungefähr 30 dicht aneinander gestellten Ständen werden verschiedene frische Gerichte lauthals angeboten. Hier ist von Trockenobst, Suppen, Fleischspießen über Fischspeisen fast alles zu finden. Ok, an manchen Ecken guckt einem auch ein Rinder- oder Lammkopf entgegen – gehört nun mal auch dazu.

DSC00770

DSC00810

DSC00778

Nach drei Nächten in Marrakesch wird ein Auto gemietet und los geht es Richtung Osten über das High Atlas Gebirge, wo wir sogar an Schnee vorbeifahren. Das Autofahren macht uns sehr hungrig und in einem kleinen Ort namens Telouet suchen wir uns was zu futtern. Sehr viel Auswahlmöglichkeiten gibt es nicht, da der Ort nur aus ca. 20 Häusern zu bestehen scheint, aber da lacht uns schon das kleine Restaurant ‚Le Palace de Telouet‘ mit seiner Dachterrasse an. Wir gehen in das verlassene Haus und suchen Kellner oder sonst irgendjemanden. Als wir dann die kleine Treppe nach oben gehen, sehen wir ein paar Männer auf der Terrasse im Schatten sitzen und quatschen. Einer springt sofort auf und empfängt uns freundlich. Sofort bietet er uns sein Menü an – es gibt für uns zum ersten Mal das traditionell marokkanische Gericht – die Tajine. Das ist eine spezielle Art eines Lehmkochtopfes in Form einer Pyramide, in der direkt Fleisch und Gemüse gebraten bzw. gekocht werden kann. In Marokko ist sie wirklich an jeder Ecke zu finden. In Telouet gibt es sie einmal mit Hühnchenfleisch und einmal mit Lammfleisch gebraten mit Pfirsich, Nüssen und Honig. Suuuper lecker!

DSC00938

Die Nacht verbringen wir in dem kleinen Ort Ait Benhaddou in dem kleinen französisch-marrokanischen Riad ‚Etoile Filante d’Or‘. Essen werden wir dort abends nicht mehr, aber das Frühstück wird umso besser mit einem bombastischen Ausblick auf Berge, Palmen und einer idyllischen Stadt, die schon vielen Filmen als Kulisse diente.

DSC01026

DSC01054

Nachdem wir die Stadt erkundet haben geht es mit Auto weiter in die Schluchten Boulmalne du Dades, genauer in den Ort BouThrarar. Dort haben wir wieder unglaubliches Glück und steigen im Kasbah ‚Chems‘ ab. Als Begrüßungsessen bestellen wir den Salat mit frischen Ziegenkäse, der typisch für diese Region ist. Zum ersten Mal probieren wir einen wirklich sehr guten Salat und mal keine Tajine. Das Gute an den Unterkünften in Marokko ist, dass die Zimmerpreise fast immer inklusive Frühstück und sogar Abendessen ist, sodass meine Restaurantempfehlungen auch immer Hostelempfehlungen sind. Das gilt vor allem für das Kasbah ‚Chems‘. Drei Tage bleiben wir dort, wandern, entspannen und speisen jeden Abend wie die Könige mit verschiedenen Suppen, Couscous mit Gemüse und Fleisch und natürlich – Tajine.

DSC01094

DSC01100

DSC01104

DSC01106

Auch danach geht unsere Schluchtenfahrt weiter – diesmal sogar hoch hinaus. Wir stoppen in den Gorges du Todra hoch oben bei dem Restaurant und Hotel ‚Timzzillite‘ und essen auch hier eine Tajine, diesmal mit Kefte und Ei. Das beste jedoch ist die Aussicht auf die Schlucht beim Essen.

DSC01182

DSC01185

Am Abend trudeln wir in der Auberge ‚Le Festival‘ ein, die erst zu finden ist, wenn man ca. 20 Kilometer abseits der Hauptstraße in die Schluchten der Gorges du Todra hineingefahren ist. Das von Lonely Planet ausgezeichnete Hotel ist wirklich was Besonderes, da es quasi in die Schlucht hineingebaut wurde. Einige der Zimmer sind sogar originale Höhlen, die als Hotelzimmer ausgebaut wurden. Das Gute an diesem Hostel ist zudem noch, dass es seine Energie fast ausschließlich aus Solarplatten gewinnt und auch dafür vom Lonely Planet mit dem Eco-Stern belohnt wurde. Wir finden das, gerade für marokkanische Verhältnisse sehr gut und das soll an dieser Stelle auch mal erwähnt werden. Das mal wieder inklusive Abendessen kann sich auch sehen lassen. Nach einer Vorspeisensuppe, Tajine mit Fleisch und Auberginen gibt es zum Nachtisch sogar selbstgemachtes Mousse au Chocolat. Ein traumhafter Genuss – da ist man schon ein wenig dankbar für den französischen Einfluss in die marokkanische Küche.

DSC01204

Langsam haben wir genug von Gebirgen und Schluchten und sehnen uns nach Sand und Wüste. Wir fahren also noch weitere 100 Kilometer Richtung Osten, um zur Wüste Erg Chebbi zu gelangen. Die lange Fahrt macht mal wieder hungrig, sodass wir in dem kleinen Ort Erfoud, ca. 40 Kilometer vor der Wüste, noch etwas essen wollen. Wir gehen diesmal in die ‚Pizzeria des Dunes‘, in der es die besten ‚Madfounas‘ geben soll. Das sind kleine gefüllte Teigfladen, quasi die Calzone der Berber. Der Hunger ist somit befriedigend gestillt und es geht weiter in die Wüste.

DSC01241

Nach einigen Kilometern gefühltem Nichts tauchen am Horizont die Dünen der Wüste Erg Chebbi auf. Ein unglaublicher Anblick. Bevor wir mit den Kamelen in die Wüste ziehen, bleiben wir noch eine Nacht im Kasbah ‚Azalay‘, wo wir mit Blick auf die Wüste dinieren und die Ruhe der Dünen auf uns wirken lassen können. Am nächsten Tag reiten wir in die Wüste, in der wir eine Nacht verbringen. Sogar hier wird uns zwischen Nichts und Nichts am Abend eine Tajine zubereitet, die mit dieser Kulisse mal wieder außergewöhnlich schmeckt. Vielleicht war dies der schönste Ort, an dem ich je gegessen habe.

DSC01258

DSC01294

DSC01295

DSC01314

DSC01352

DSC01331

Nach unserem trockenen Wüstentrip wollen wir wieder Grünes und Blaues sehen. Wir machen uns auf den Weg wieder Richtung Westen, der sich mit Palmenoasen und grünen Tälern schmückt. Der nächste Halt ist für uns Taliouine, die Stadt des Roten Goldes, dem Safran. Wir schlafen und essen in dem renovierten alten Kasbah ‚Escale Rando‘, einem kleinen Paradies, mit einem blauweißen Innenhof und vielen Tieren wie Schildkröten, Fischen und eine süße kleine Katzenfamilie. Das Dinner hier ist der Hammer. Ein imposantes 3-Gänge Menü bestehend aus Nudel-, Gemüse- und Fleischgerichten, das ebenfalls mit selbstgemachtem Mousse au Chocolat gekrönt wird.

DSC01451

DSC01453

DSC01454

Die letzten Tage unseres Urlaubs brechen an und mein Gaumen schreit mich die ganze Zeit an, dass der wenigstens einmal frischen guten Fisch essen möchte. Da er keine Ruhe gibt fahren wir an die Atlantikküste weiter in das kleine Fischerdörfchen Tifnite, das glücklicherweise noch nicht vom Tourismus berührt wurde. Das Dorf kann noch nicht mal mit Autos befahren werden, sondern die müssen vorne abgestellt werden. Über den Strand, auf dem ca. 50 Fischerboote liegen und an dem direkt der Fisch verkauft wird, läuft man in die kleinen Sandwege des Dorfes. Wir finden ein kleines Haus, dass so aussieht, als ob es ein Lokal sein könnte. Wir fragen und haben Glück. Müssen aber ca. eine Stunde auf das Essen warten, da erstmal jemand losgehen muss, um den Fisch vorne am Strand zu kaufen. Dann wird der Grill angeschmissen und nach langem Warten können wir den frisch gegrillten Fisch verspeisen. Wir sind sehr glücklich und geniessen den Fisch mit einem Blick aufs tosende Meer und dem Geruch von Meersalz und Gelassenheit in der Nase. Ich hoffe, ich kann mit davon ein wenig mit nach Hause nehmen.

DSC01531

DSC01532

Die letzte Station unserer Reise sind die Schluchten des Paradise Valley, im Norden von Agadir, die für ihren Honig berühmt sind. Wir fahren tief in die Schluchten hinein und finden nach ca. 90 Minuten das ‚Hotel des Cascades‘ in dem kleinen Ort Immouzzer. Dieses Hotel ist wie die Mousse au Chocolat am Ende des Abendessens, die absolute Krönung. Hoch oben auf einem Berg, mit einem fantastischen Panoramablick über die Schluchten und Blumen und Pflanzen, die dem Paradies entsprungen sein könnten. Wir setzen uns, entspannen und lassen bei diesem Ausblick die 2 Wochen Revue passieren. Das Essen rückt in den Hintergrund, da es alles nicht schöner hätte sein können. Aber auch unser letztes Essen reiht sich in die oberen Plätze ein. Es gibt wieder Salate zur Vorspeise und Tajine mit Lamm-und Hühnchenfleisch als Hauptgang. Dabei blicken wir auf das offene Feuer in der Mitte des Speisesaals. Herrlich! Mit diesen Eindrücken und Erinnerungen treten mein Gaumen und ich die Rückreise an und hoffen, dass wir irgendwann mal wieder kommen dürfen. In‘ shallah!!

DSC01571

DSC01603-1

DSC01606

DSC01608

DSC01599

Hier nochmal alle Hotels/Restaurants unserer Reise im Überblick:

Marrkesch: Riad Birdy            http://www.riad-birdy.com

Telouet: Le Palace de Telouet      www. palacedetelouet.com

Ait Benhaddou: Etoile Filante d’Or     http://www.etoilefilantedor.com

Bou Thrarar: Kasbah Chems          Tel. 071 3003 06

Boulmalne du Dades: Hotel Timzzillite

Gorges du Todra: Le Festival     http://www.aubergelefestival-todragorge.com

Merzouga bei ‚Erg Chebbi‘: Kasbah Azalay     http://www.kasbahazalay.com

Tamnougalt: Chez Yacob     http://www.lavalleedudraa.com

Taliouine: Escale Rando     www. escalerando.fr

Mirleft: Sally’s Bed & Breakfast    http://www.sallimirleft.com

Tifnite: Restaurant Maxim      (irgendwo am Strand)

Paradise Valley: – Auberge le Panoramic     http://www.auberge-le-panoramic.com

– Hotel des Cascades      www. cascades-hotel.net

2 thoughts on “Where to eat – Marokko

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s