Where to eat – Mailand

Seit ich 16 bin, bin ich verliebt. Zunächst war ich es in einen Italiener, den ich auf einer Party kennenlernte. Diese Romanze erlosch tragisch irgendwo zwischen Abitur, Studium und Erwachsenwerden. Was blieb war eine Liebe zu einem ganzen Land, zu einem Lebensgefühl und zu einer Küche, die für mich immer die beste auf der Welt sein wird. Ich spreche von meiner Liebe zu Italien. Meiner Liebe zu Granita, Arancini und zu Tomaten, die noch nach Tomaten schmecken.

Ich war auf Sardinien, in der Toskana, in den Dolomiten und vor allem im wilden und wunderschönen Kalabrien. Was sich in Italien nie einstellte war dieses europäische Metropolen-Gefühl, das ich habe, wenn ich durch Amsterdam, Kopenhagen oder London laufe. Diese Städte, in denen man sich verlieren kann in einer hippen Design-Konsum-Wolke. Die Internationalität ausstrahlen und kulturell so viel zu bieten haben, dass man lieber stundenlang im Café sitzen bleibt. Wo man sich daheim fühlt, weil es gleich ist, wenn auch anders. Mailand wirkt wie die kleine Stiefschwester dieser Städte. Es ist die vielleicht europäischte Stadt Italiens. Ein globaler Style bestimmt das Stadtbild und eben auch nicht. Meine 48 Stunden in der unangepassten Mini-Metropole:

Naviglio Grande – das heimliche Herz der Stadt

Der Naviglio Grande hat etwas magisches. Kein Wunder, dass der Kanal allabendlich tausende Menschen anzieht. Auf dem Weg zum Abendessen drängen wir uns durch Straßenmusiker, Künstler und knutschende Pärchen. Italienische Großfamilien schieben sich ebenso durch die Straßen wie hunderte Touristen. Leider zieht das Wasser im Sommer auch tausende Mücken an. Dessen Bekämpfung ist zum Hauptgeschäft der zahlreichen Straßenverkäufer geworden, die drüber hinaus noch bunten blinkenden Plastikscheiß anbieten. Konzentrieren sollte sich man hier vielmehr aufs Essen, denn das Angebot ist groß.

Mercato Metropolitano
Genialer Streetfoodmarkt mit riesigem Angebot. Am Morgen lässt es sich hier sehr gut frühstücken, am Abend gibt es Cocktails, Live Musik und vor allem japanisches Streetfood.
Via Valenza, 2 Milano

Luca e Andrea
Kleine Bar mit übersichtlicher Speisekarte. Hier gibt es ein gutes Ossobuco mit Risotto: Mailands Klassiker.
Alzaia Naviglio Grande, 34, 20144 Milano

Greek Fusion
Das Greek Fusion freut sich jeden Abend über die längste Schlange des Bezirks. Kein Wunder, hier soll es das beste Gyros der Stadt geben.
Via Ripa Ticinese, 15, 20143 Milano, Italien

Bar MD
Kleine Weinbar in einer der zahlreichen Seitenstraßen. Für 10€ haben wir hier eine kleine Platte mit Oliven, Käse und Schinken bekommen. Dazu ein Glas Rotwein. Das perfekte Mini-Abendessen für heiße Abende.
Via Corsico, 5, 20144 Mailand

Mailands Stadtmitte – Zwischen Schick und Kommerz

Mailand ist Italiens Mode – und Designhauptstadt. Dies offenbart sich schon auf dem Weg in die Innenstadt. Ältere Damen in kanariengelben oder himmelblauen Kostümen kreuzen unseren Weg. Männer mit Lederslippern und Seideneinstecktüchern, die scheinbar gerade einem Herrenmagazin entsprungen sind, tummeln sich in den Espressobars. Nur noch getoppt von den vielen schlanken Italienerinnen auf extremen Highheels. Dank einer großen Anzahl von Touristen in kurzen Hosen und Sandalen, fühle ich mich nicht ganz underdresst.

Dom
Der Dom ist DAS Wahrzeichen der Stadt. Der drittgrößte Dom der Welt ist vor allem für seine imposanten Glasfenster bekannt. Die Besonderheit ist sein begehbares Dach. An klaren Tagen, soll man bis zu den Alpen sehen können. Der Eintritt kostet zwischen 8 und 13€. Je nachdem, ob man zu Fuß oder mit dem Fahrstuhl aufs Dach gelangt.
Piazza del Duomo, Milano, Italien

Galleria Vittorio Emanuele II
Die Einkaufsgallerie aus dem 19. Jahrhundert ist ein „Tourimuss“. Sie liegt direkt neben dem Dom. Das sie leider auch der beliebteste Selfie-Standort der Stadt ist, wird der kurze Weg durch die Galleria zum Spießrutenlauf zwischen Selfiestangen und nervösen Asiaten.
Piazza del Duomo, 20123 Milano, Italien

Das letzte Abendmahl
Das wohl berühmteste Kunstwerk der Stadt und gleichzeitig eines der berühmtesten der Menschheitsgeschichte überhaupt. Das von Leonardo da Vinci geschaffene Meisterwerk hängt heute im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie. Etwa 1000 Besucher pro Tag können das Gemälde bestaunen. Am besten bucht man den Zugang schon vorab online, den die Tickets sind oft über Wochen ausgebucht.
Piazza di Santa Maria delle Grazie, 20123 Milano

Panzerotti von Luini
Panzerotti sind ein kleines Stück Himmel. Die Mini-Calzone sind aus Sauerteig gebacken oder frittiert, gefüllt mit Salami, Schinken, Tomaten und/oder Mozzarella. Es ist der perfekte Zwischendurch-Snack.
Via Santa Radegonda,16, 20121 Milano

Porta Garibaldi – Alt trifft auf Neu

Mailands Stadtentwicklung galt jahrelang als problematisch. Zu wenig Wohnraum, hohe Preise, sinkende Lebensqualität. Im Kontext der Expo sind in den letzten Jahren innovative Bauprojekte entstanden. Vor allem der dringend benötige Wohnraum wurde geschaffen, wenn man auch nicht immer von günstig sprechen kann.

Besonders im Stadtteil Porta Nuova spürt man das Umdenken. Zwischen den alten mailänder Stadthäusern entsteht eine neue Skyline. Zu den berühmtesten Bauten gehören die Hochhäuser „Bosco Verticale“. Auf diesen wachsen über 20.000 Pflanzen und Bäume. Unweit von den Hochhäusern entfernt ist mitten in der Stadt ein weites Weizenfeld entstanden. Ein paar Meter weiter entstehen Cafés und schicke Restaurants. Nicht allen gefällt der Wandel im ehemaligen Problembezirk. Aufzuhalten ist er wohl nicht mehr.

 

Bosco Verticale
Die momentan berühmtesten Hochhäuser Mailands. Geplant wurden sie vom italienischen Architekten Stefano Boeri.
Via Gaetano de Castillia, 20124 Mailand

Cimitero Monumentale
Der Friedhof wurde 1866 eröffnet und ist eine kleine Oase der Ruhe im bunten Stadttreiben. Am Eingangsbereich bekommt man Karten in diversen Sprachen, die Auskunft über die berühmtesten Gräber geben.
Piazzale Cimitero Monumentale, 20154 Mailand

Princi
Bekannte Bäckerei in Mailand. Der perfekte Ort für eine kleine Stärkung.
Piazza XXV Aprile, 20154 Mailand

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Foodie | Traveler | Berlin | München Blog: www.jaegerundsammlerblog.com Twitter: @janinaamendt

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