500 Jahre Tradition – Der Leipziger Weihnachtsmarkt

Weihnachtsmarkt in Leipzig

Alle Jahre wieder hat man die Qual der Wahl, wenn es um Glühwein & Co. geht. In Berlin gibt es natürlich Weihnachtsmärkte noch und nöcher; an jeder zweiten Ecke werden drei Buden aufgestellt und als Weihnachtsmarkt verkauft. Einige Schöne sind natürlich auch dabei, aber das Angebot in der Hauptstadt langweilt mich mittlerweile ein wenig. Und richtige Weihnachtsstimmung kommt da bei mir auch nicht auf. Deshalb habe ich mich am letzten Wochenende in den Zug gesetzt und bin nach Leipzig gefahren, weil man ja schon mal gehört hat, dass der Markt hier einer der schönsten in Deutschland und mit seiner über 500 jährigen Tradition auch einer der ältesten ist. Das wollte ich mir dann natürlich anschauen, in der Hoffnung, mich ein bisschen mehr auf die Weihnachtszeit einstimmen zu können – und ich wurde nicht enttäuscht.

Marktplatz und Grimmaische Straße

Schon bei der Ankunft im Hauptbahnhof fühlt man sich ein bisschen weihnachtlicher, denn die schöne alte Bahnhofshalle ist mit riesengroßen Leuchtern geschmückt und der Duft von gebrannten Mandeln liegt hier auch schon in der Luft.

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Der Leipziger Weihnachtsmarkt erstreckt sich durch die ganze Innenstadt. Also starte ich meine Tour auf dem Marktplatz, dem ersten Anlaufpunkt für mich als Nichtleipzigerin. Ich ziehe allerdings schnell weiter, denn hier tauchen eher die üblichen Verdächtigen auf. Weiter geht es die Grimmaische Straße runter, die mit vielen Kleinkunstbuden geschmückt ist. Hier findet man schöne Holzfiguren, Keramikkunst und auch Leckereien, wie das deftige Dresdner Handbrot mit Schinken und Käse. Leicht ist was anderes, aber das muss ich haben – irgendwie muss die Grundlage für den ersten Glühwein ja geschaffen werden.

Weihnachtsmarkt in Leipzig
Dresdner Handbrot

Der Nikolaikirchhof

So, der Bauch ist voll und nun bereit für ein paar Prozente. Die hole ich mir auf dem Nikolaikirchhof in Form einer Feuerzangenbowle. Die erste in diesem Jahr wohlgemerkt. Sie schmeckt richtig lecker und tut mir noch besser. Endlich kommt ein wenig Weihnachtsstimmung auf – ob es nun an Leipzig oder an der Bowle liegt? Wahrscheinlich ein bisschen von beidem.

Weihnachtsmarkt in Leipzig
Feuerzangenbowle am Nikolaikirchhof
Weihnachtsmarkt in Leipzig
Feuerzangenbowle

Der Augustusplatz

Gestärkt und ein wenig erheitert geht es weiter auf den Augustusplatz, auf dem mir das Riesenrad schon entgegenleuchtet. Kurz denke ich darüber nach, mir eine Fahrt zu gönnen, werde aber abgelenkt. Wovon? Von einer langen Schlange vor einem Stand aus dem ein herrlicher, süßer Duft kommt, der mich wie immer alles Andere vergessen lässt. Kürtöskalács lese ich auf dem Schild – original ungarische Baumstriezel. Kannte ich bis dahin noch nicht. Ich sehe den Bäckern ein bisschen bei der Arbeit zu, wie sie die Striezel in Schokostreusel,  Karamell oder Zimt und Zucker tauchen. Das bedeutet für mich dann leider, dass ich mich auch in die Schlange einreihen muss. Aber was tut man nicht alles für ein paar Kalorien. Meine Augen leuchten fast wie das Riesenrad, als ich mein Kürtöskalács dann endlich in den Händen halte. Weihnachten rückt dann doch immer näher.

Weihnachtsmarkt in Leipzig
Ungarische Baumstriezel

Das Finnische und Südtiroler Dorf

Nach der Runde über den Augustusplatz, wo ich noch tolle Weihnachtsgeschenke erstehen kann, locken direkt daneben das Finnische und Südtiroler Dorf mit regionalen Spezialitäten und Delikatessen. Im finnischen Dorf gibt es tollen Flammlachs, Geschenkartikel aus dem hohen Norden und mal wieder Hochprozentiges – Glögi. An den traue ich mich aber nicht so richtig ran, und bestelle lieber weißen Glühwein. Ich suche auch den Weihnachtsmann in seinem Zimmer, aber der ist leider grad auf der Suche nach seinen Helferlein. Auch ok, dann geht es weiter zum Südtiroler Dorf zu Kaiserschmarn, Schinken und Käse. Leider passt in meinen Bauch gar nichts mehr rein, obwohl ich so gern eine weitere Kalorienbombe in mich reinschaufeln würde. Was natürlich noch geht, ist ein letzter Drink. Ich bestelle auf gut Glück einen Blackypunch, um mal was anderes zu probieren und bin positiv überrascht. Hinter diesem Namen verbirgt sich ein super leckerer Johannisbeerpunsch, von dem ich gerne noch einen zweiten hätte. Aber wenn ihr mitgezählt habt, wäre das dann doch ein bisschen viel gewesen.

Weihnachtsmarkt in Leipzig
Flammlachs im Finnischen Dorf
Weihnachtsmarkt in Leipzig
Kurze Pause

Mein Fazit für den Leipziger Weihnachtsmarkt ist also durchweg positiv. Nicht zu voll, tolles Essen, viele verschiedene Glühwein- und Punschsorten, Reisen nach Südtirol und Finnland und das Wichtigste, überall entspannte Leute. Ich habe mich pudelwohl gefühlt und bin endlich weihnachtlich eingestimmt. Jetzt können die Feiertage kommen.

Was ist denn euer Lieblingsweihnachtsmarkt? Ich bin ja jetzt aufgewärmt und würde gern noch andere besondere Märkte kennenlernen.

Dieser Beitrag versteckte sich hinter Türchen Nummer 15 der Blogparade Adventskränzchen von Marie-Theres Schindler. Schaut doch gerne mal bei den anderen Bloggerinnen vorbei, die heute ebenfalls ein Türchen öffnen:

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