Kulinarische Achterbahnfahrt auf den Philippinen – 3 Monate Rucksnacking durch Südostasien

Ach ja, die Philippinen, was soll ich sagen und wie soll ich anfangen. Ich habe ja bereits im letzten Beitrag zu Vietnam angemerkt, dass das Essen hier im Paradies nicht so der Hammer ist und dass ich hoffe, noch positiv überrascht zu werden. Ok, Reis mit Fisch oder Fleisch ist ja lecker, keine Frage, aber irgendwann wird es eben langweilig. Auf jeder Karte gibt es hier natürlich das Nationalgericht der Philippinen Abdobo (Schweinefleisch oder Hühnchen in Soße), Kare-Kare (Eintopf mit verschiedenen Fleischsorten oder auch Innereien) oder verschiedene Sisig (Schweinekopf oder Leber). Beim typischen philippinischen Frühstück habe ich das gleiche Problem – Fleisch wohin das Auge reicht. Denn hier hat man normalerweise die Wahl zwischen Würstchen, Fleisch oder frittiertem Fisch mit Reis. Ich bin zwar Jäger, aber dieses Angebot ist sogar für mich einfach zu heftig. Meine Hoffnung hier jeden Tag frische tropische Früchte frühstücken zu können, muss ich somit leider schnell begraben. Wenn man Glück hat, gibt es Bananen oder Mango, aber alles andere ist schwer zu finden. Und wenn man es gefunden hat, dann ist es relativ teuer. Deshalb besteht mein Frühstück meistens aus Pancakes oder Rührei – immerhin meistens super lecker!

Meine Zeit hier ist nun zu Ende und mein Fazit zu den kulinarischen Eindrücken ist somit – ihr könnt es euch schon denken –  leider enttäuschend. Aber trotzdem möchte ich es euch nicht vorenthalten, ein wenig von meinen Erlebnissen auf den Philippinen zu erfahren. Denn auch wenn das Essen für mich persönlich nicht mit dem aus Kambodscha, Laos und Vietnam mithalten kann, sind die Philippinen mehr als eine Reise wert.

Weg auf Dalipuri

Restaurant moalboal

Die Reise beginnt mit einer Nacht in Manila, aber glücklicherweise nur um nach dem Flug von Ho-Chi-Minh-Stadt ein wenig Schlaf zu bekommen. Schon allein die Taxifahrt vom Flughafen ins Hotel dauert fast 2 Stunden. Auch wenn es schon mitten in der Nacht ist, sind die Straßen voller Autos, Jeepneys und Tricycles und es geht nur schleppend voran. Auch die Atmosphäre von dem bisschen Manila, was ich gesehen habe, natürlich besonders in der Nacht, ist nicht gerade prickelnd und ich bin froh, irgendwann im Hotel hundemüde ins Bett fallen zu können. Gut, dass die Busfahrt nach Mindoro, eine Insel im Südwesten von Manila, schon gleich für den nächsten Morgen um acht Uhr früh gebucht ist und ich die Stadt hinter mir lassen kann. Es gibt bestimmt auch schöne Ecken dort, aber für den Moment bin ich einfach nur froh, hier nicht bleiben zu müssen. Nach zwei Stunden Bus- und einer Stunde Bootsfahrt komme ich in Puerto Galera an, ein kleiner und bei Touristen beliebter Ort direkt am Strand. Mein Hotel ist ganz im Westen, am Talipanan Beach. Ich frage mich durch, wie ich dort hinkomme und finde ein Jeepney, das in Kürze fährt. Neben mit sitzen zwei große, dicke Deutsche mit zwei philippinischen Frauen an der Seite und ich muss erstmal schlucken. Immerhin ist es das erste Mal, dass ich sowas sehe. Aber an diesen Anblick muss man sich hier gewöhnen, denn es scheint total normal zu sein, sich als Westler eine zwanzig Jahre jüngere Frau zu suchen. Nun gut, richtig normal finde ich es nach einem Monat hier immer noch nicht, aber was soll man machen.

Das Hotel, der Puerto Galera Beach Club und der Strand daneben sind auf jeden Fall wunderschön. Sogar das Essen im Hotel ist eines der besten meiner ganzen Reise. Es gibt Kinilaw oder auch Lechón genannt, ist eine Art Ceviche, also roher Fisch in Essig gegart. Für mich als Fischfan natürlich der Himmel auf Erden. Auch das Fischfilet, an dessen Namen ich mich leider nicht mehr erinnern kann, ist richtig gut. Das Ganze wird mit direktem Blick aufs Meer gegessen und das ist nun wirklich unbezahlbar. Endlich angekommen, endlich Salz in der Nase und Sand zwischen den Zehen. Ein Traum! Zwei Tage genieße ich den Ausblick, das Meer und die Ruhe. Vor allem die ersten zwei Tauchgänge nach langer Zeit mit dem Tauchcenter Badladz sind der Wahnsinn – unglaublich schöne Korallenriffe und Riesenschildkröten, die gemütlich ihre Bahnen ziehen. Nach den Tauchgängen kann man im Badladz auch ganz gut essen, mit Blick aufs Meer und Tauchbildern im Kopf.

Pancake Zitrone badladz

Die zweite Station ist im Südwesten der Insel Mindoro, das Hotel und Tauchcenter Apo Reef Club. Gerade Tauchbegeisterte sollten jetzt genau aufpassen, denn der Tauchspot Apo Reef (Achtung: NICHT Apo Island!!!) ist DAS Highlight und ein Muss für jeden Taucher. Das Tauchcenter bzw. Hotel, das eins von zwei Centern ist, die dort überhaupt hinfahren dürfen, sorgt mit einer Rundumverpflegung für eine unvergessliche Zeit.

Frühstück apo reef

Morgens um 5 Uhr, wenn hinter den Bergen die Sonne aufgeht, geht es vom Hotel mit dem Boot los. Fast 4 Stunden dauert es bis wir am Apo Reef ankommen und dann geht es gleich vier Mal an einem Tag nach unten. Das Riff ist der Wahnsinn, mit einer Sicht von 30 bis 40 Metern und allem, was man sich als Taucher wünscht. Fische  und Korallen in allen Farben und Formen, ein Wrack, Haie (Whitetips, Blacktips), Blaupunktrochen, Schildkröten, Sepias und noch vieles mehr. Bei einem Tauchgang hatten wir sogar das Glück Hammerhaie zu sehen, zwar nur 10 Sekunden aber hey, wir sind alle ausgerastet  vor Begeisterung. Zudem sind wir komplett alleine da unten, was ja bei vielen anderen guten Tauchspots leider immer seltener wird. Unsere beiden Tauchguides sind auch genial, absolut professionell und super nett. Nach einer Nacht auf dem Boot und unter dem Sternenhimmel, geht es gleich am nächsten Morgen um sechs Uhr wieder nach unten, um den Haien beim Schlafen zuzusehen. Einmalig! Diese zwei Tage Tauchsafari sind mit das Beste an meiner ganzen Reise, es ist einfach unglaublich, wie schön es dort unter Wasser ist.

Fische apo reef

Sonnenaufgang apo reef

Nach diesen erlebnisreichen Tagen geht es weiter auf die Insel Coron, von der ich mir erhoffe, ein wenig Einsamkeit und am besten nur Einheimische zu sehen. Aber irgendwie habe ich wohl die Beschreibungen des Reiseführers falsch verstanden. Denn als ich dort in Coron Town ankomme, fühle ich mich mal wieder wie auf Mallorca. Touristen soweit das Auge reicht. Aber das wundert natürlich auch nicht, denn hier gibt es die besten Wracktauchgänge des Landes und wenn man meinem Reiseführer glauben möchte, sogar von ganz Südostasien. Natürlich sehe ich mir ein paar der japanischen Schiffwracks aus dem Zweiten Weltkrieg an, aber nach Apo Reef ist es relativ schwer mich zu begeistern. Viel schöner sind die zahlreichen Lagunen, die man bei einem Tagestrip besuchen kann. Achtung: Schnorchel und Maske nicht vergessen!

Lagune tagestrip coron

Grotte tagestrip coron

Um mal wieder auf das Essen zu sprechen zu kommen – hier in Coron Town probiere ich endlich zum ersten Mal die berühmte philippinische Nachspeise Halo Halo (wörtlich übersetzt „Mix“). Eine Art Eis mit Kondensmilch, mit verschiedenen Toppings, wie (gelierte) Früchten, Mais, Bohnen oder auch Süßkartoffeln. Von vielen hatte ich gehört, dass das super lecker sein soll, aber entweder habe ich einen total anderen Geschmack oder ich habe einfach eine schlechte Variante gegessen. Es passiert wirklich nicht häufig, dass ich ein Dessert nicht zu Ende esse, aber das musste ich leider stehenlassen.

Halo-Halo

Ein bisschen mehr Glück mit dem Essen habe ich dann bei meiner nächsten Station auf der Insel Palawan, im Örtchen Corong-Corong. Dort bin ich im Hotel Greenviews untergekommen, das jeden Abend Barbecue anbietet. Man kann sich seinen Fisch, Fleisch oder Gemüse selbst aussuchen und dann gemütlich am Strand bei Sonnenuntergang speisen. Eine Suppe und Nachtisch sind im Preis mit inbegriffen.

Grill coron coron

Sonnenuntergang coron coron

Auch in der nächsten Unterkunft, ganz auf der anderen Seite der Philippinen, auf der Insel Luzon (von Puerto Princesa mit dem Flugzeug zu erreichen) habe ich Glück mit dem Hotel und mit dem Essen. Nachdem ich morgens in Donsol mit Walhaien schnorcheln durfte, gibt es abends fangfrischen Fisch auf den Teller und morgens Obstsalat mit Müsli – juhu Früchte!!! Am besten ist allerdings der frische Mangoshake, der bei mir mittlerweile jede zweite Mahlzeit ersetzt. Ein weiterer Lichtblick im kulinarischen Nebel ist das Hotel Crystal Beach, auf der kleinen Insel Dalupiri Island westlich von der Insel Samar. Dort, im Nichts von einem Nichts, wo sich glücklicherweise sehr wenig Touristen hin verirren, habe ich das Glück auf Karl und seine Frau zu treffen. Die beiden führen dieses kleine Hotel und bekochen mich am Abend aufs Feinste. Endlich gibt es Garnelen, Salat und sogar Kartoffeln. Eine Seltenheit! Aber Achtung, die beiden eröffnen im Juni ihr neues Hotel auf der Insel San Vicente, ein wenig weiter südlich. Den Bildern nach zu beurteilen, noch besser und mindestens genauso lecker.

DSCF3232

Mangoshake und Hund donsol

Gambas cristal white beach

In den darauffolgenden Orten Tacloban, Naval, Malapascua, Moalboal und Cebu gibt es über kulinarisches wirklich nicht mehr viel Interessantes zu berichten. Das einzige, was vielleicht eine Erwähnung verdient, ist das Evolution Dive Center und das Exotic Dive Resort auf Malapascua, dem Tresher Hai – Paradies. Hier gibt es endlich mal andere Gerichte, die nicht unbedingt aus Fleisch mit Reis bestehen, wie zum Beispiel die Falafel mit Süßkartoffelchips vom Evolution oder die Okra-Auberginen-Pfanne vom Exotic.

Falafel Evolution Malapascua

Sandwich Malapascua

Okra Aubergine exotic Malapascua

Ich könnte jetzt noch ewig weiterschreiben, von meinen genialen Tauchgängen, versteckten kleine Hotels, türkisen Lagunen und Wasserfällen in den Bergen, aber das würde hier wirklich den Rahmen sprengen. Und mehr Tipps zu gutem Essen oder Restaurants kann ich euch eben leider nicht geben. Mich würde es allerdings sehr interessieren, ob ich einfach Pech hatte mit dem Essen oder an den falschen Orten war. War von euch schon mal jemand dort und hat eine ganz andere Meinung?

Ansonsten bleibe ich einfach dabei – die Philippinen sind wirklich paradiesisch und sehr gut für eure Linie!

Hängematte moalboal

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s